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Kapitalerträge

25% Kapitalertragsteuer auf Zinsen bezahlt - und fertig? Ganz so einfach ist das nicht.

 

Zum einen gibt es Kapitalerträge, die nicht der der Kapitalertragsteuerpflicht unterliegen und die Sie damit selbst über Ihre Einkommensteuererklärung versteuern müssen, z.B. Zinsen von ausländischen Konten, aber auch Zinsen aus Verwandtendarlehen oder aus einem Darlehen an Ihr eigenes Unternehmen sind betroffen. Diese Zinsen sind in der Anlage KAP anzugeben.

 

Andererseits haben Sie einen Rückzahlungsanspruch gegenüber dem Finanzamt, wenn Kapitalertragsteuer einbehalten wurde, Ihr Sparerfreibetrag aber noch nicht berücksichtigt wurde und/oder Ihr persönlicher Steuersatz unter 25% liegt - dann haben Sie zu viel Kapitalertragsteuer bezahlt. Über die Einkommensteuererklärung erhalten Sie Ihr Guthaben dann zurück.

 

Vermutlich wird bei nächster sich politisch ergebenden Gelegenheit Schluß sein mit der pauschalen 25%-Regelung. Da inzwischen die Steuer-ID-Nummern sowohl bei den Banken als auch bei der Finanzverwaltung vorliegen, kann die Kontrolle über die Kapitaleinkünfte problemlos zur vollständigen Erfassung beim Finanzamt realisiert werden. Zu erwartendes Ergebnis: Versteuerung zum jeweils individuellen Steuersatz, also bis zu 42% (und in besonderen Fällen sogar bis 45%). Nach der Bundestagswahl im September 2017 wird dieses Thema mit höchster Wahrscheinlichkeit aufgegriffen. Ab 2018 oder spätestens 2019 wird die Änderung kommen. Bundesfinanzminister Schäuble hat sich in dieser Richtung schon geäußert und sein vermutlich von der FDP kommende Nachfolger wird sich dem nicht verschließen.

 

 

Bestandschutz ade: Die bisher gesetzlich zugesicherte Steuerfreiheit für "Altbestände" in Ihrem Wertpapierdepot (also Anschaffungen bis 31.12.2008) ist inzwischen ohnehin schon eingeschränkt worden. Gewinne beim Verkauf sind nur noch bis insgesamt EUR 100.000 steuerfrei (das gilt für Verkäufe ab 01.01.2018).

 

 

Gespaltene Gesellschaft in Deutschland - die einseitige Sicht der Politik

 

Die Bundestagswahlen sind zwar vorbei. Neben den unterschiedlichen Vorstellungen der "Jamaica"-Parteien bleibt nach wie vor ein Thema ausgespart:

 

Das sind unsere Ruhestandsmandanten: die Spaltung in Beamte und Nichtbeamte. Wenn eine in etwa gleiche Belastung während des Berufslebens angenommen wird, stellt sich schon die Frage, warum die eine Gruppe ohne eigene Beitragszahlungen Pensionen erhält, die den Fortbestand ihres bisherigen Lebensstandards ermöglicht (samt 70-%iger Beihilfe bei den Krankheitskosten), die andere Gruppe trotz arbeitslebenslanger Beitragszahlung aber nur eine relativ bescheidene gesetzliche Rente erhält und nur mit eigener privater Vermögensvorsorge den bisherigen Lebensstandard sichern kann. Die Aufhebung dieser Spaltung sollte endlich einmal angegangen werden.

 

Ein Blick in die berufliche Herkunft unserer Bundestagsabgeordneten zeigt, dass dieser Wunsch kaum in Erfüllung gehen wird. Die große Mehrheit ist beamtet - ein Verzicht auf deren Privilegien ist wohl kaum zu erwarten.

 

E-Bilanz - der gläserne Unternehmer

Seit 2014 müssen die Bilanzen elektronisch beim Finanzamt eingereicht werden.

 

Die Anpassung der in den Unternehmensbuchhaltungen verwendeten Konten an die "Taxonomie" - also an die von der Finanzverwaltung vorgegebenen Konten - ist längst abgeschlossen. Das war nicht einfach, da die Software der Unternehmen mit dem starren System der Finanzverwaltung sychronisiert werden musste; betroffen davon waren auch die unternehmensüblichen Zusatzauswertungen, Statistiken, Nachkalkulationen usw.

 

Das war eine ordentliche Mehrarbeit für Buchhalter und Steuerberater zu Lasten und auf Kosten der Unternehmer - aber zum Vorteil des Finanzamtes, das nunmehr per Knopfdruck nicht nur die Daten eines Unternehmers im Vorjahresvergleich, sondern auch im Vergleich mit anderen Unternehmen beurteilen kann, und das gewissermaßen frei Haus. Es muss nicht besonders darauf hingwiesen werden, dass Abweichungen zum Durchschnitt vergleichbarer Betriebe Anlass zu Rückfragen und Betriebsprüfungen bieten.

 

BilRUG - kein Ende der Mehrbelastungen durch den Jahresabschluss

 

Die Jahresabschlüsse der Kapitalgesellschaften sind durch neue Pflichtangaben im Anhang umfangreicher geworden. Die Vorschriften des BIlanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) gelten erstmals für das Jahr 2016 verpflichtend, also für die im Jahr 2017 zu erstellenden Jahresabschlüsse.

 

Es sind im Anhang gegenüber den bisherigen Vorschriften zusätzliche Angaben zu machen, die interessierten Außenstehenden weitere Details zum bilanzierenden Unternehmer verraten. Ein kleiner Trost mag sein, dass die Schwellenwerte für die einzelnen Größenklassen leicht angehoben (und gerundet) wurden, dafür hat sich aber auch die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der unter den Begriff Umsatzerlöse fallenden Beträge erweitert.

 

 

Kleinstkapitalgesellschaften - Anhang ja oder nein? Hinterlegung oder Offenlegung?

 

Der Vorteil für "Kleinstkapitalgesellschaften" oder "Micro-GmbH's" keinen Anhang mehr erstellen zu müssen (Umsatz bis EUR 700.000, Bilanzsumme bis EUR 350.000 und Zahl der Arbeitnehmer bis 10, davon zwei Kriterien) wird zwar als Vorteil genannt. Da aber einzelne Angaben "unter der Bilanz" trotzdem verpflichtend zusätzlich zu machen sind, relativiert sich diese vermeintliche Vereinfachung und Ersparnis. Außerdem wird gerade die in dieser Größenordnung meist erforderliche Fremdfinanzierung nur möglich sein, wenn der Kreditgeber oder die Leasinggesellschaft auch die im Anhang zu machenden Angaben vorliegen hat, sie werden also zusätzlich und nachträglich vorzulegen sein. Es sollte daher im Einzelfall überlegt und entschieden werden, ob der Jahresabschluss zusammen mit dem Anhang erstellt wird oder auf den Anhang verzichtet werden soll. 

 

Übrigens: Auch die Micro-GmbH's müssen ihren Jahresabschluss beim Unternehmensregister einreichen, wenn auch wahlweise in vereinfachter Form der "Hinterlegung" und nicht in der jedem ohne weiteres einsehbaren "Offenlegung". Bei der Hinterlegung muss ein interessierter Außenstehender den Jahresabschluss - gegen eine kleine Gebühr - anfordern, einsehen kann er ihn also auch so. Trotzdem empfehlen wir die Hinterlegung bei den Micro-GmbH's, es sei denn Gründe der Öffentlichkeitsdarstellung sprechen für die vorbehaltslose Offenlegung.